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Jim Knopf

Intermediate

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1

Sunday, February 26th 2006, 9:06pm

Immer will ich...

Immer will ich nah am Erwachen treiben,
tagseitig, nachtseitig.

Immer will ich fast schon ahnen können,
was mich erwarten wird, offenen Auges.

Tagseitig: eine Wolke Leben dicht neben mir.
Nachtseitig: Worte dafür.

Nächtliche Vögel picken die ersten Sterne auf, die erglitzern wie meine Seele, wenn ich dich liebe. Pablo Neruda

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Pseudonym

Lyrisches Licht

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2

Tuesday, February 28th 2006, 12:37pm

Ein schwer interpretierbares Gedicht für mich. Denn es läßt viel- wohl zu viel Freiheit, was durchaus seinen bezaubernden Reiz hat. Mein Eindruck:

Es scheint davon zu Handeln, dass das lyr. Ich der Schöpfer seiner Welt sein will. Ohne Druck von Zeit oder anderen Zwängen. Man stelle sich das lyr. Ich als ein gespaltenes Wesen vor: nennen wir es mal tagseitig: Bewusstsein und nachtseitig: Unterbewusstsein. Beide Seiten sind durch Schlaf bzw. Wachheit getrennt. Sind sich aber "nah am Erwachen" auch nah- küssen sich vielleicht ^^. Jedenfalls scheint mir dieses Wesen (das lyr. Ich) die Welt des Tages im Schlaf zu erträumen (Das Unterbewusstsein ist Schöpfer der Welt für das Bewusstsein) während das Bewusstsein am Tage dennoch Dinge erlebt, die nicht planbar sind. Wundersame unvorhersehbare Erlebnisse in den Wolken oder so ;)

So beeinflusst auch das Bewusstsein wieder das Unterbewusstsein. Aus diesen neuen ungeplanten Erlebnissen baut das Unterbewusstsein dann im Schlaf wieder neue Dinge für den nächsten Tag.

viele Grüße,
Tao.

Jim Knopf

Intermediate

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3

Tuesday, February 28th 2006, 2:16pm

Hallo, Tao,

danke für deinen Kommentar, der mich ob seiner weitreichenden Interpretationsgedankenflüge (*räusper*) sehr erstaunt hat (positiv, natürlich). Eigentlich geht es in diesem kleinen Werk nur um den Zauber des gemeinsamen Erwachens, wenn man die Nähe des geliebten Menschen neben sich spürt und nur erahnen kann, wie die eigenen Gefühle in Worte zu fassen sind. "Nachtseitig" liegen diese Worte verborgen, sind eher im Traum wahrzunehmen als "tagseitig" in der Realität. So gesehen leiste ich einen lyrischen Offenbarungseid und gestehe: die Fähigkeit, den wunderbaren Kern der Liebe in Worte zu fassen, ist mir nicht gegeben.

Grüße aus dem wortlosen Lummerland.
Nächtliche Vögel picken die ersten Sterne auf, die erglitzern wie meine Seele, wenn ich dich liebe. Pablo Neruda

Pseudonym

Lyrisches Licht

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4

Tuesday, February 28th 2006, 2:35pm

Deine Erklärung scheint mir im Nachhineine sehr schlüssig. Ich suche meist das Komplizierte, das ist wohl der Fluch der meisten Menschen: Man findet nicht, weil man nach dem Falschen Sucht. Weil man falsche Fragen stellt. Das Einfache und fast Offenbare versteckt man durch die eigenen Gedanken vor sich selbst. Aber das hat nichts mit deinem gedicht zu tuen. :)

So wie du es erklärst gefällt es mir auch :)

sanscryt

einfach nur franz

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5

Wednesday, March 1st 2006, 5:08pm

Tagchen Jim Knopf,

als ich dein Gedicht zum ersten Mal gelsen hatte, ging meine Interpreta auch in Taos Richtung:
Das lyr. Ich möchte sein Dasein an der Grenze zwischen Traum und Realtität erleben,
bzw. beide Seiten genießen können
...irgendwie so ist die Kurzfassung :P

Deine Sicht der Dinge macht natürlich auch Sinn ;)

Wirklich schön geschrieben!
Gefällt mir sehr *daumzeig*

Gruß, sanscryt

zephyr - beeblebroxed

einfach nur franz


Jim Knopf

Intermediate

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6

Wednesday, March 1st 2006, 6:47pm

Danke, Tao & sanscryt für eure wärmenden Worte (hier am Ostseestrand erlebt das Schneevolk gerade eine Bevölkerungsexplosion, und es ist lausig kalt im nassen Wind).
Nächtliche Vögel picken die ersten Sterne auf, die erglitzern wie meine Seele, wenn ich dich liebe. Pablo Neruda

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Occupation: Grossstadtneurotikerin a.D.

7

Friday, March 3rd 2006, 12:01pm

Quoted

Original von Jim Knopf
So gesehen leiste ich einen lyrischen Offenbarungseid und gestehe: die Fähigkeit, den wunderbaren Kern der Liebe in Worte zu fassen, ist mir nicht gegeben.


diesen Eid, lieber Blumenver...,
wirst du wohl unbesagt brechen müssen.
mir ist zwar selbst nicht klar, woher es kommt, dass
ich in deinen Versen erwachende Liebe finden konnte,
doch vielleicht liegt es ja auch daran, dass mir die Art und Weise,
wie du deine Worte und Bilder verwendest, wohlvertraut ist...

*hach*
Tipp für mißachtete Analphabeten: auch hinter einem nicht geschriebenen Satz lässt sich ein Punkt setzen.

This post has been edited 2 times, last edit by "Kaleidoskop" (Mar 3rd 2006, 12:02pm)


Jim Knopf

Intermediate

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8

Friday, March 3rd 2006, 12:24pm

Quoted

Original von Kaleidoskop

Quoted

Original von Jim Knopf
So gesehen leiste ich einen lyrischen Offenbarungseid und gestehe: die Fähigkeit, den wunderbaren Kern der Liebe in Worte zu fassen, ist mir nicht gegeben.


diesen Eid, lieber Blumenver...,
wirst du wohl unbesagt brechen müssen.
mir ist zwar selbst nicht klar, woher es kommt, dass
ich in deinen Versen erwachende Liebe finden konnte,
doch vielleicht liegt es ja auch daran, dass mir die Art und Weise,
wie du deine Worte und Bilder verwendest, wohlvertraut ist...

*hach*


=) wie schön, daß du eine erwachende Liebe am Horizont erspähst. Aber das Schönste an diesem Gefühl ist vielleicht trotzdem die Tatsache, es eigentlich nicht hinter Buchstabenzäunen einsperren zu können.
Nächtliche Vögel picken die ersten Sterne auf, die erglitzern wie meine Seele, wenn ich dich liebe. Pablo Neruda

This post has been edited 2 times, last edit by "Jim Knopf" (Mar 4th 2006, 11:28pm)


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