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Kyle Albrecht

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1

Thursday, December 22nd 2005, 6:04am

lecken - Unsittlich: Ja oder Nein?

Hallo, liebe Geistesmenschen!

Zu fürderst:


Dieser Faden soll nicht dazu dienen, das Thema auszudiskutieren, aus welchem es entnommen wurde.

Die Diskusion soll die fragwürdige Unsittlichkeit des Wortes "lecken" behandeln.



Ich stelle folgendes Zitat zur Diskusion.

"Das Wort "lecken" ist in jedem Fall provokativ, da dieses Wort, welches der Umgangssprache entspricht, in normaler Standardsprache nicht verwendet wird, es sei denn der Vorgang soll auf derbe Art und Weise dargestellt werden und der Gesprächspartner provoziert werden."
Hojaro (Moderator)


Beispiel:
Ich lecke mir die Finger nach etwas.

Beispiel 2:
Jmd. leckt sich nervös über die Lippen.


Meiner Meinung nach kann man dem Wort "lecken" keine prinzipielle Unsichttlichkeit unterstellen.
Hojaro versucht in seiner Aussage festzumachen, daß das Wort lecken dem Volksmund entspringt. Was Hojaro leider hierbei übersieht, daß "lecken" der einzige Begriff für - eben - den Vorgang des Leckens ist.
Also: "mit der Zunge über etwas hin und her fahren" (Wörterbuch)
Was hier vermengt und vermischt wird, sind gefühlte Realität und wirkliche Realität.

Meiner Meinung nach ist an dem Wort lecken nichts unsittlich, die Allgemeinheit empfindet es nur als unsittlich.

Ganz abgesehen davon, halte ich die Argumentation des Zitats für fadenscheinig und haltlos.



In diesem Sinne freue ich mich auf einen Früchte treibenden Austausch.

Euer ergebener,


Kyle


Ps.: Es würde mich freuen, wenn mir jemand den Begriff "normale Standartsprache" näher erklären würde.
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This post has been edited 15 times, last edit by "Kyle Albrecht" (Dec 22nd 2005, 6:14am)


Biggy

Schlafende Lärmerin

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2

Thursday, December 22nd 2005, 8:18am

RE: lecken - Unsittlich: Ja oder Nein?

Quoted

Original von Kyle Albrecht
Meiner Meinung nach kann man dem Wort "lecken" keine prinzipielle Unsichttlichkeit unterstellen.


Meiner Meinung nach ist an dem Wort lecken nichts unsittlich, die Allgemeinheit empfindet es nur als unsittlich.



Hallo Kyle,

genau das waren auch meine Gedankengänge gestern als ich die Schließung besagten Fadens gesehen habe.
Ich gebe dir recht, dass an dem Wort selber nichts Anstößiges zu finden ist. Allein der Kontext, in dem es gebraucht wird, löst Empfindungen aus. Diese liegen bei jedem anders. Auf den einen wirkt es im Zusammenhang mit bestimmten Inhalten ekelerregend, auf den anderen erotisch, auf den nächsten provokant oder sittenwidrig- und für andere ist es ziemlich neutral (nicht anders als küssen, begrapschen, abschlecken, liebkosen, streicheln- in erotischem Kontext).
Man sollte wahrscheinlich nicht pauschalisieren.
Überlegenswert halte ich auch die Frage, ob ein solches Wort im hetero- oder homosexuellen Bereich genauso wirkt oder ob es da Unterschiede gibt, die auch zu unterschiedlichen Bewertungen führen.

Liebe Grüße
Biggy

Kyle Albrecht

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3

Thursday, December 22nd 2005, 8:26am

hier will ich gleich anschließen:

daß ich das wort "unsittlich" gewählt habe, liegt an der reaktion der einzelnen leute auf dieses wort:
die einen faden es ekelerregend, die anderen anstößig bzw. provokant.
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4

Thursday, December 22nd 2005, 10:09am

... gelöscht

sim

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5

Thursday, December 22nd 2005, 12:45pm

Das Wort als solches ist unschuldig.

Ich kenne den Faden nicht, kann also den Kontext nicht beurteilen. Aber selbst in einem provozierendem Kontext halte ich es für angemessen, wenn es nicht nur eine Provokation um der Provokation willen ist.

@Biggy: Meinst du, ob es ein Unterschied bedeutet, in welchem Millieu das Wort beschrieben ist, also etwa in einer schwulen Liebesgeschichte oder einer erotischen beschrieben Heterobeziehung, oder meinst du, dass es interessant wäre, ob Schwule oder Heteros es anders auffassen?
Texte einer multiplen Persönlichkeit

I've always considered writing the most hateful kind of work. I suspect it's a bit like fucking — which is fun only for amateurs. (Hunter S. Thompson)

Biggy

Schlafende Lärmerin

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6

Thursday, December 22nd 2005, 12:53pm

@sim: Guck mal in die Deponie (da liegt der geschlossene Faden von corazon alvarez)
Und ich meine eher letzteres (dass es interessant wäre, ob Schwule oder Heteros es anders auffassen?).

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Marot

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7

Thursday, December 22nd 2005, 2:43pm

- Moderatiorenkutte aus-

Will mich hier nicht rein drängen und eine Meinung zum Thema habe ich als User sowiso nicht, möchte nur aus sprachwissenschaftlicher Sicht heraus eine kleine Anregung geben:

Quoted

Was hier vermengt und vermischt wird, sind gefühlte Realität und wirkliche Realität.


Quoted

Meiner Meinung nach ist an dem Wort lecken nichts unsittlich, die Allgemeinheit empfindet es nur als unsittlich.


Wie wir seid Max Black uns den Metapherdiskussionen der 70er Jahre wissen gibt es keine natürliche, eindeutige Bedeutung eines Wortes. Ein Wort hat keinen klaren Ursprung im Sprachgeflecht und auch keinen sicheren Bezugspunkt.
Seine Bedeutung ist immer abhängig vom jeweiligen Kontext.
Das Lecken eines Himbeereises, ist ein komlett anderes und differenziert konnotiertes Lecken, als das Lecken einer Vulva.
Sich bei der Verteidigung eines Wortes auf eine "wirkliche realität" zu berufen erscheint daher reichlich unsinnig.
was der "Volksmund" von einem Wort in einem bestimmten Zusammenhang hält ist eben genau das was in diesem Moment Realität darstellt, und nicht das was man sonst noch in diesem Wort lesen kann, wenn man sich eine Vulva als Himbeereis vorstellt.
Fazit: Bei der Bewertung der Konnotation eines Wortes geht es auschließlich um die subjektive Bewertung des Kontextes. " Wirkliche Realitäten" sind nicht exitent und daher auch nicht als Masstab gültig, genau so wenig wie es dem Wesen nach "schuldige" oder "unschuldige" Worte gibt.


Ich hoffe ich konnte weiter helfen.
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Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

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8

Thursday, December 22nd 2005, 3:48pm

ich denke doch die formulierung war "ich lecke dich"...und das ist ein derber unterschied zu dem wort lecken an sich...
Die Chaos Theorie verdient ihren Namen nicht,
denn die Möglichkeit zum Eingreifen kommt wohl mehr der Ordnung nahe, als ein vorgeschriebenes unindividuelles und unbeeinflussbares Schema
- das nenn ich Chaos.


neu: "Fräulein M." - "Perspektivengemetzel" - "Aroma"

sim

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9

Friday, December 23rd 2005, 8:49pm

Biggy, vielen Dank für den Hinweis. ;)

Ob ich Lecken als Schwuler anders auffasse, könnte ich natürlich nur beurteilen, wenn ich wüsste, wie eine Hete es auffasst. ;)
Ich glaube aber nicht, dass es da einen Unterschied gibt. Für mich hat das Wort einfach keine negative Konntonation. Ich mag die Vorstellung unangehem finden, es bei einer Vulva tun zu müssen, das beeinflusst aber das Wort für mich nicht.
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Die lässige Hand

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10

Friday, December 23rd 2005, 10:05pm

Lecken ist eine sinnliche Berührung.
Das ist eine Tatsache. Lecken ist weder esoterisches Channeln noch Telepathie.
Steht in einem Text das Wort"Lecken", ist dies eine Abstraktion, ein Wort.
Ich sehe also das Wort, Tintenpigment auf Papier, und ich wüsste nicht, warum dieses dem Zensor zum Opfer fallen sollte.

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konn0r

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11

Sunday, January 8th 2006, 5:28pm

Ich wüsste nicht, warum es hier überhaupt einen Zensor braucht.

Marot

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12

Sunday, January 8th 2006, 8:09pm

Jungend schutz weil wir keine seite ab 18 sein wollen ist der Rechtliche und wichtigste Grund.
Der zweite ist das wir vermeiden wollen in Penisgedichten zu ertrinken wie es sich anbahnte. Ob die derzeitige methode funktioniert ist selbstverständlich fraglich, allerdings muss hier wohl gelten: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Wir werden sehen, es ist ja auch nicht so das beschlüsse nicht korregiertw erden könnnen.

( ich bin rein privat weil ich konnor sehr schätze hie rnoch einmal darauf eingegangen, generell denke ich allerdings düßrfte alles aanderen in den vielen verschiedenen fäden nachzu lesen sein.
ich bitte daher alle user bei weiteren fragen zu diesem Thema ein ausgibiges und tiefschüfendes Studium der einzelnen fäden vorran zustellen und sich dann bei Fragen direkt an die leitung oder die Moderation zu wenden.)

Gruß Marot
Geld ist teuer!

Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

Sorgenkind

Trainee

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13

Sunday, February 12th 2006, 2:17am

RE: lecken - Unsittlich: Ja oder Nein?

Da stellt sich natürlich die frage "was ist Sprache" wieso denken wir je nach gemütszustand bein hören oder lesen des wortes an verschiedene dinge und wieso giebt es keine verschiedenen ausdrücke für das lecken.
Meine antwort darauf ist das man die sprache als ganzes auffassen muss. Habe ich nur das wort lecken weiss ich nichts, habe ich aber ein Satzgeflecht darum erkenne ich den sinn des wortes problemlos. 2. Ist das auffassen eines Wortes immer an den Volksmund gebunden hätte man beispielsweise vor 50 jahren das wort lecken in erotischem bezug aufgenommen wäre man höchstwarscheinlich als pervers angeschaut worden. (Umgekehrt ist das mit dem wort "ficken" schaut mal seine Ursprüngliche bedeutung in einem älteren wörterbuch nach)

Sorgenkind

Ty Dario

Master

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14

Monday, February 13th 2006, 11:00pm

"Ficken" ist doch plattdeutsch und bedeutet soviel wie "reiben", wenn ich mich recht entsinne.

Ein schönes Beispiel für die Sprachentwicklung. Ist sowieso ein hochinteressantes Thema. Auch die Herkunft von Namen.

Ich bin auch der Meinung, dass man das Wort "Lecken", sowie andere potentiell zweideutige Wörter stets im Kontext sehen muss.

Die Verbindung von diesem und jenem ergibt doch erst das ganze.

Ty
Eine Maus in einer Erdbeere
Im Weg

"Manchmal habe ich schon Bock, auch andere Spieler einzusetzen. Aber am Ende spielen doch immer wieder die gleichen Arschlöcher."
John Toshack (Fußballtrainer)

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