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1

Friday, November 25th 2005, 4:30pm

Der grausame Herr K. und sein B.

Der grausame Herr K. und sein B.

Warum löst sich der Rezipient nicht auf und wählt sich einen neuen Dichter? Der Name macht kein gutes Werk.

I

Lerne das Sprechen und Denken,
ich geb dir Moral vor, du musst sie kauen und schlucken (ich will das so).
Vielleicht ist es mein Zwang, aber ich weiß es besser.
Ich komme aus der Länder Exil und habe alles erlebt (und komme wieder zurück).
Ergreif mein Denken, ich kenne alle Menschen.

Lerne das Kritisieren und Verurteilen,
aber sei ruhig, wenn deine Zunge brennt (ich bin kein Verräter).
Wische die Kotze auf, der du das gebrochen hast, Untertäniger.
Ich bin unästhetisch, weil die Welt es ist (aber ich könnte es auch klingen lassen).
Wörter werden zum Scheingedankenband aneinandergereiht (nur fehlt die Kohärenz).
Ich suggeriere Intellekt mit furchtbaren Worten.
Lyrik sind Gedanken und kein Erlebnis. Kannst du das verdauen?

Lerne das Schreiben.
Auch ich schreibe Gedichte, die Prosa sind und erst durch
Unmögliches Brechen der Verse, die trotzdem nicht verdichtet sind
Und ein normaler deutscher Satz sind. Ich schreibe alles hintereinander weg, wenn ich
Will und darf das ja auch. Ich schreibe Sachen und Metaphern müssen eklig
Sein, da ich die Welt widerspiegele (ich bin Pazifist, die Welt ist zu laut).

II

Lerne das Stammeln und Stottern,
damit kein Schüler dich verstehen soll und auch keine Lust dazu hat.
Wir verehren dich, weil du so einfach bist.
Du schreibst Sachen und die Literatur erkennt sie an.
Frage: Wieso schreibst du kein verständliches Deutsch, wenn du das kannst?
Du musst dich eben irgendwie abgrenzen. Stile werden episch gekreuzt.
Warum hast du nicht mehr Galileo (mir fallen drei Groschen) geschrieben,
wo du der doch dort so gut schreibst (du bist kein Klassiker)?

xyz

Sage

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2

Friday, November 25th 2005, 6:08pm

RE: Der grausame Herr K. und sein B.

Lieber Hojaro,

Wie so oft will sich mir dei Werk noch nicht so ganz entschliessen, was ich darasu entnehme sind vorallem Sarkasmus und Wut, ich versuche nun rauszufinden, was das in der Liebe-,Erotik-,Leidenschaft- Spalte trieb...

der Titel:
habe leider keine Ahnung wer Herr K. und sein B. ist, doch er passt ganz Gut zum Gedicht, das ist mir auch ein Rätsel... :rolleyes:

der Vorsatz, oder wie man das auch nennen mag:
Musste erst mal im wikipedia nachschauen gehen, was rezipient heisst...
hab also mal wieder was gelernt...

Ich lese eine Wut, auf einen bekannten Schriftsteller, der jetzt den grössten Scheiss schreiben kann, und es gehöhrt einfach Literatur, bloss weil er vielleicht mal was gutes geschrieben hat. Schüler müssen es lesen, seine verdrehten komplizierten Sätze, die seine Intelligenz und Genialität vortäuschen sollen, sein Besserwisserisches Arrogantes Getue...
Naja das ist nur meine Interpretation, vielleicht wate ich ja noch völlig im Sumpf?


aber sei ruhig, wenn deine Zunge brennt (ich bin kein Verräter).
diese Zeile wirft bei mir noch mehr Fragen an als der Rest deines Gedichtes....

Ich schreibe alles hintereinander weg, wenn ich
Will und darf das ja auch. Ich schreibe Sachen und Metaphern müssen eklig
Sein, da ich die Welt widerspiegele

Ich nehme zwar an, du schreibst über einen Lyriker, aber ich musste sofort an Robert Schneider (Schlafes Bruder denken)

Das Gedicht ist für mich übrigens nur noch ein Gedicht, wenn man drei Augen zudrückt, geht für mich schon eher in Richtung Prosa oder vielleicht Weltenwandler, die Frage warum es sich unter Liebe befindet hat sich für mich auch noch nicht geklärt...

Ich hoffe auf ein paar Hinweise von dir, wo ich nach der "Lösung" graben muss,

liebe Grüsse làgrimas
Up and down.
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Marot

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3

Friday, November 25th 2005, 6:24pm

hehe ja an Berthold Brecht kann man sich wahrlich beißen;), ob wohl mir was dieses thema angeht da noch einige zeitgenossen eingefallen wären.
bewerten mag ich dieses Werk nicht, es mag ja auch nicht bewertet werden ;)
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Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

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4

Friday, November 25th 2005, 7:57pm

Hallo :)

@làgrimas:

Quoted

habe leider keine Ahnung wer Herr K. und sein B. ist, doch er passt ganz Gut zum Gedicht, das ist mir auch ein Rätsel...


Der Herr K. ist der Herr Keuner. Eine bekannte lyrische Gestalt von Brecht, die bei ihm immer mal wieder auftaucht.

Quoted

Ich lese eine Wut, auf einen bekannten Schriftsteller, der jetzt den grössten Scheiss schreiben kann, und es gehöhrt einfach Literatur, bloss weil er vielleicht mal was gutes geschrieben hat. Schüler müssen es lesen, seine verdrehten komplizierten Sätze, die seine Intelligenz und Genialität vortäuschen sollen, sein Besserwisserisches Arrogantes Getue...
Naja das ist nur meine Interpretation, vielleicht wate ich ja noch völlig im Sumpf?


Exakt, exakt. Genau das war mein Anliegen. :)

aber sei ruhig, wenn deine Zunge brennt (ich bin kein Verräter).
diese Zeile wirft bei mir noch mehr Fragen an als der Rest deines Gedichtes....


Bezieht sich auf die Spätzeit Brechts.

Um das Werk komplett nachzuvollziehen, muss man die Anspielungen auf Brecht in der Syntax, den biographischen Hintergrund Brechts und seine lyrische Sprache kennen.
Das du das Gedicht eher in Prosa einordnen würdest, zeigt mir, dass meine Anspielung erkennbar ist. Es war natürlich Absicht. Wenn ich es bewusst in eine konservative Form gezwängt haben wollte, hätte ich das schon getan.

Ich danke dir auf jeden Fall für deine Mühe. Klar, dass das Werk nicht ganz so einfach ist, aber man muss es eben auf Brecht beziehen. Dann wird es schnell klar, genauso wie die Wut des lyrischen Ichs.

Warum das Werk bei Liebe, Erotik, Leidenschaft steht? Nun ja, damit wollte ich meine Hassliebe zu Brecht ausdrücken. Ich finde seine Prosa und Dramatik sehr gut, aber seinen lyrischen Stil eben fürchterlich. ;)

Danke noch einmal für deine Rückmeldung

@Marot:
Ach, das Werk möchte schon bewertet werden. Du kannst mir ja zumindest schreiben, ob meine Analogie zu Brecht gelungen ist. Ich hab da schon versucht, den Stil Brechts zu übernehmen und ihn ein wenig zu karikieren. ;)

Liebe Grüße,

Hojaro

PS: Ich werde das Werk in Satire verschieben, das passt besser. Die Lieberubrik irritiert nur.

goosie

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5

Friday, November 25th 2005, 8:57pm

ich finds recht gut geschrieben, wobei mir die erste strophe weitaus besser gefällt. du begibst dich hier in eine beißende diskussion. mir persönlich gefallen die gedichte und auch die thaterstücke von brecht. viele anschuldigen liegen auf ihm, literarische ausbeutung seiner frauen, vielleicht sogar er habe kein talent, ein opportunist. und die gedichte ja sie sind etwas anderes, unbegreifliche brüche und eigentlich prosa, aber das kann man nicht auf alle seiner gedichte beziehen. warum er nicht zugänglich sein sollte verstehe ich nicht oder ein schüler schwierigkeiten haben soll ihn zu verstehen. brecht ist wahrscheinlich noch einer der "einfachsten autoren". die idee in dieser weise einen autor zu parodieren ganz nett, doch keinesfalls neu.
ob deine kritik berechtigt ist, darüber lässt sich streiten. brecht hat etwas neues ausprobiert, was seine gedichte betrifft und auch sein theater. gäbe es keine veränderungen in der lyrik würden wir immer noch die minnegesänge von walther von der vogelweide lesen. dass sich bekannte autoren alles erlauben können finde ich nicht. brecht wurde zu seiner zeit auch viel kritisiert, wird er auch heute noch, wobei mir die kritik teilweise einfach zu persönlich ist. der autor soll im hintergrund stehen. außerdem musst du zuallererst deiner lieben frau deutschlehrerin die schuld geben, schließlich stellt sie den stoff zusammen. eine gewisse freiheit hat jede lehrperson und könnte beispielsweise auch ein gedicht von dir nehmen, wenn sie möchte. brechts gedichte könnten auf alle fälle gemieden werden. vielleicht erfordert es auch eine genauere und tiefere betrachtung seiner lyrik um ernsthaft darüber urteilen zu können, nicht umsonst ist brecht bei deutschlehrern so beliebt ;)
Die Wirklichkeit ist nicht die Wahrheit. Die Wirklichkeit ist nur ein Teil. (Márai)

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6

Saturday, November 26th 2005, 4:54pm

Hallo goosie.

Quoted

wobei mir die kritik teilweise einfach zu persönlich ist. der autor soll im hintergrund stehen.


Ja, ich gebe zu, dass das lyrische Ich hier wahrscheinlich in vielen Punkten mit meinen Gedanken übereinstimmt. Es ist doch aber nun mal so, dass ein lyr. Ich sehr häufig Gedanken des Autors widerspiegelt. Ich mag es nicht, wenn man sich als Autor hinter dem lyr. Ich versteckt, auch wenn es offensichtlich ist, dass sie fast übereinstimmen. Und eine Frage an dich. Was hättest denn du für eine Kritik gewünscht? Wer hätte denn kritsieren sollen, wenn nicht das lyr. Ich? Ist es denn nicht so? Und wieso wird es persönlich, wenn hinter dem lyr. Ich der Autor steht? Vorher ist es genauso persönlich. Es ist eben die Kritik des lyr. Ichs; ist die unpersönlich?

Quoted

dass sich bekannte autoren alles erlauben können finde ich nicht.


Es ist eine Satire, goosie, eine Satire. Das ist überspitzt dargestellt. Natürlich ist es nicht so, dass sich bekannte Autoren alles erlauben dürfen, jedoch wirst du mir zustimmen, wenn ich dir sage, dass fabrizierter Blödinn von einem bekannten Autor eher beleuchtet wird, als von einem unbekannten. Der bekannte Autor hat eben einen "der hat doch mal das und das geschrieben und deswegen muss dieses auch gut sein" Bonus. Zu sagen, dass auch bekannte Autoren Müll fabriziert haben, fällt da sehr schwer. Und ich finde, dass das durchaus der Fall ist. Ich will niemanden einen literarischen Bonus geben, nur weil er Brecht, Goethe, Rilke, Hesse oder Gryphius heißt. Bei jedem Gedicht und jeder Geschichte muss die Messlatte neu angelegt werden und darf nicht von vornherein hochgenommen werden. Ein Schriftsteller muss sich mit jedem Werk neu beweisen. Das wollte ich ausdrücken.


Quoted

außerdem musst du zuallererst deiner lieben frau deutschlehrerin die schuld geben, schließlich stellt sie den stoff zusammen. eine gewisse freiheit hat jede lehrperson und könnte beispielsweise auch ein gedicht von dir nehmen, wenn sie möchte.


Ach, goosie. Was hat denn die Frau Deutschlehrerin mit einer Abneigung zu Brecht zu tun? Ich kann doch eine Lehrerin nicht dafür beschuldigen, dass mir Brechts Lyrik teilweise überhaupt nicht gefällt. Das liegt allein an mir und ich bin daran Schuld. Und die Schuld trage ich gerne, schließlich bin ich für mich selbst verantwortlich. Ich muss den Lehrern sogar danken, dass sie mir Brecht nahe gebracht haben. So kann ich mir ein Urteil bilden.

Quoted

vielleicht erfordert es auch eine genauere und tiefere betrachtung seiner lyrik um ernsthaft darüber urteilen zu können,


Ja, sicherlich. Ich kenne Brechts Werke nicht in der Bandbreite, dass ich mir ein allgemeines Urteil erlauben dürfte. Was ich aber sagen kann, ist, dass mir seine prosaischen Gedichte überhaupt nicht gefallen und darum ging es mir ja auch bloß. ;)

Quoted

nicht umsonst ist brecht bei deutschlehrern so beliebt


Auch Deutschlehrer sind keine übersinnlichen Individuen. Nur weil ein Deutschlehrer ein Gedicht gut findet, musst du es nicht automatisch auch gleich gut finden. Natürlich hat ein Deutschlehrer Ahnung von Lyrik (oder sollte es zumindest haben), das hält mich doch aber nicht ab, die Werke selbst zu hinterfragen. Und wenn ich dann für mich begründen kann, warum ich Werke nicht gut finde, dann stehe ich auch dazu.

Übrigens. Ist es ein Problem für dich, wenn ich dich bitte, Großbuchstaben zu verwenden? Dieser Blocktext mit durchweg kleingeschriebenen Wörtern macht es mir sehr schwer, die Kritik genau zu erfassen, da ich schnell einmal etwas überlese.

Viele Grüße,

Hojaro

goosie

Master

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7

Saturday, November 26th 2005, 5:17pm

So Hojaro,

gerne verwende ich für dich Großbuchstaben. Also meine erste Aussage, die du zitierst, hast du nicht verstanden. Ich finde, die Kritik an Brecht insgesamt als zu persönlich, nicht nur auf dein Gedicht bezogen. Dass er seine Frauen ausgebeutet hat oder ein Opportunist war usw. Der Autor sollte nicht beachtet werden und das lyrische Ich kann nicht gleichgesetzt werden mit dem Autor. Es gibt Autoren, die sich total von ihrem lyrischen Ich distanzieren und keinerlei Gemeinsamkeiten aufweisen. Natürlich findet man in einem Roman immer wieder Parallelen, aber dennoch, Autor und Erzähler sind zwei grundverschiedene Dinge.

Satire schön und gut, dennoch habe ich doch das Recht mich mit deinem Gedicht auseinanderzusetzen und meine Meinung zum Inhalt zu sagen. Ob überspitzt oder nicht, spielt keine Rolle.

Die Frau Deutschlehrerin habe ich aufgegriffen, weil du auf den Schüler anspielst. Die Schüler hassen beispielsweise Goethe, doch es ist nicht seine Schuld, dass sie gezwungen werden ihn zu lesen.

Natürlich sollst du als Schüler dich selbst mit dem Text beschäftigen, du gehst schließlich auch ganz anders an den Text heran als ein Deutschlehrer.

Genauso überspitzt wie du das Gedicht geschrieben hast, wird der Leser überspitzt auf deinen Text eingehen ;) Kettenreaktion. Und wieder hast auch du einige meiner Aussagen zu überspitzt verstanden ;)
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8

Saturday, November 26th 2005, 5:42pm

Quoted

Ich finde, die Kritik an Brecht insgesamt als zu persönlich, nicht nur auf dein Gedicht bezogen. Dass er seine Frauen ausgebeutet hat oder ein Opportunist war usw.


Ja, da hast du Recht. Du wirst aber bei mir erkennen, dass ich nur seine Lyrik kritisiert habe. Der Mensch Brecht ist mir egal, wenn es keinen Einfluss auf seine Lyrik hat.

Quoted

Der Autor sollte nicht beachtet werden und das lyrische Ich kann nicht gleichgesetzt werden mit dem Autor.


Das habe ich doch nie gesagt. Ich sage bloß, dass es bei meinem Gedicht durchaus der Fall ist, dass das lyrische Ich etwas mit dem Autor gemeinsam hat. Bei anderen Gedichten vermute ich das. Das es einen Unteschied zwischen Erzähler und Autor gibt, brauchst du mir doch nicht zu erzählen. Was ich sagen möchte, ist, dass dieser Unterschied teilweise ausgenutzt wird, um sich hinter seinem lyrischen Ich zu verstecken.

Quoted

Satire schön und gut, dennoch habe ich doch das Recht mich mit deinem Gedicht auseinanderzusetzen und meine Meinung zum Inhalt zu sagen. Ob überspitzt oder nicht, spielt keine Rolle.


Natürlich darfst du das. Ich wollte dir eben mitteilen, dass es überspitzt ist, da so die Intention des Autors deutlicher wird. Es war nur zu deiner Hilfe. ;)

Quoted

Und wieder hast auch du einige meiner Aussagen zu überspitzt verstanden


Also müssen das Kritien jetzt auch schon sein? ;)

goosie

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9

Saturday, November 26th 2005, 6:05pm

:D Du weißt gar nicht wie amüsant diese Diskussion ist.

Jedenfalls, ja ich weiß schon, dass du den Unterschied zwischen Autor und lyrischem Ich verstanden hast ;) Ob du eine Abneigung gegen Brecht hast oder nicht, kann mir eigentlich egal sein. Lustig wäre es natürlich, wenn du eigentlich ein Liebhaber seiner Gedichte bist und solch ein Gedicht verfassen würdest, wäre ein interessantes Experiment. Autor vs. lyrischem Ich.

Ich finde deine ersten paar Strophen beziehen sich nicht nur auf die Lyrik Brechts...

Quoted

Natürlich darfst du das. Ich wollte dir eben mitteilen, dass es überspitzt ist, da so die Intention des Autors deutlicher wird. Es war nur zu deiner Hilfe. Augenzwinkern


ganz blöd bin ich auch wieder nicht ;)
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Biggy

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10

Saturday, November 26th 2005, 7:01pm

Quoted

Original von Hojaro
Der Mensch Brecht ist mir egal, wenn es keinen Einfluss auf seine Lyrik hat.


Zu diesem Satz muss ich Widerspruch anbringen, Hojaro.

Ich denke, wie du auch, dass ein Kunstwerk ohne Gebrauchsanleitung, ohne Hintergrundinformationen wirken sollte.

Aber der Einschub wenn es keinen Einfluss auf seine Lyrik hat erscheint mir fehl am Platze. Das Leben jedes Künstlers hinterlässt einen Einfluss auf sein Werk, wenn er es nicht gerade aus einem Gedichtautomaten gezogen hat.
Und wenn du es genau nimmst hat sogar die winzige Tatsache, dass er es (das Automatengedicht) mit seinem Namen unterschreibt eine Aussage über ihn hinterlassen. Er schmückt sich mit diesen Federn und macht sie sich zu eigen, wird künftig damit auf andere wirken.

Quoted

Original von HojaroUm das Werk komplett nachzuvollziehen, muss man die Anspielungen auf Brecht in der Syntax, den biographischen Hintergrund Brechts und seine lyrische Sprache kennen.


Widersprichst du dir hier nicht selber mit diesem Satz? Du setzt dennoch eine gewisse Kenntnis beim Leser voraus- das schränkt den Kreis der verstehen könnenden Leserschaft stark ein.
Es wäre gut, wenn man mal in einem anderen Faden so ein paar dich frustrierender Gedichte von Brecht lesen könnte. Dann könnte man deine Überspitzungen besser nachvollziehen. Ich habe da jetzt auch nicht so die Ahnung, kenne nur dieses "An die Nachgeborenen" und das finde ich genial.

EDIT: Link gelöscht- ihr findet das Gedicht aber mit der Suchmaschine im Netz.

This post has been edited 2 times, last edit by "Biggy" (Nov 26th 2005, 8:10pm)


xyz

Sage

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11

Saturday, November 26th 2005, 8:07pm

ja Biggy das fänd ich auch ne gute Idee, würde mich interessieren... dein Link Brecht-Gedichte funktioniert leider nicht :(
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Marot

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12

Saturday, November 26th 2005, 8:08pm

musst leider gelöscht werden weil er dem urheberrecht zu wieder lief
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Heilige Johanna der Schlachthöfe / Bertholt Brecht

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13

Sunday, November 27th 2005, 4:07pm

Hallo Biggy

Quoted

Aber der Einschub wenn es keinen Einfluss auf seine Lyrik hat erscheint mir fehl am Platze. Das Leben jedes Künstlers hinterlässt einen Einfluss auf sein Werk, wenn er es nicht gerade aus einem Gedichtautomaten gezogen hat.


Natürlich hinterlässt das Leben Spuren auf die Lyrik. Man kann vielleicht so weit gehen, dass es sogar nur das Leben ist. Jedoch ist es doch nicht so, dass jedes Detail des Lebens und jede menschliche Handlung in lyrischer Form verdeutlicht wird. Nicht alles, was du tust, fließt in deine Kunst ein. Und das ist es einfach, was mich nicht interessiert. Was weiß ich denn, was die Künstler alles in ihrem Leben erreicht und geleistet haben? Es ist für mich als Rezipient uninteressant. Interessant wird es für mich erst, wenn es sich in der Lyrik widerspiegelt und dadurch das Werk zum Kunstwerk wird.

Quoted

Widersprichst du dir hier nicht selber mit diesem Satz? Du setzt dennoch eine gewisse Kenntnis beim Leser voraus- das schränkt den Kreis der verstehen könnenden Leserschaft stark ein.


Natürlich widerspreche ich mir da. Es ist aber nicht so, dass das Werk ohne die Infos sinnlos wäre. Du siehst an làgrimas' Deutung, das auch ohne die Infos eine begründete und sinnvolle Deutung möglich ist. Ich zwinge den Leser nicht, dass Gedicht nur mit Infos zu Brecht zu betrachten. Ich will nur verdeutlichen, dass man meine Intention, die ja wiederum nur eine Interpretation von vielen sein kann, am ehesten nachvollziehen kann, wenn man Brecht kennt.

Weil das Urheberrecht die Gedichte schützt, liste ich mal nur die Titel die Werke auf, die mich vor allem inspirierten. Wer mag, kann das dazu gehörende Gedicht dann ergooglen oder kennt es vielleicht auch:
Lob des Lernens (dies vor allen anderen), Über die Bezeichnung Emigranten, Die Nachtlager, An die Nachgeborenen, Die Lösung (zum 17. Juni 1953), Das Leben des Galileo Galilei

Liebe Grüße,

Hojaro

psychronicon

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14

Tuesday, November 29th 2005, 4:51pm

Hallo Hojaro,

Sehr interessante Parodie. Und wie ich finde auch sehr gelungen.

Ich würde mich als einen absoluten Brecht Fan bezeichnen,
trotzdem ist das Brechtsche Werk durchaus in vielerlei hinsicht
zu kritisieren. Schon deswegen, weil Brecht ja auch mit seinen
arbeiten polarisieren wollte.
Ich denke die Art wie Du Kritik übst, hätte Brecht gefallen.

Nicht so richtig mag mir der Titel gefallen, denn die "Geschichten
des Herrn Keuner" gehören ja, wenn auch voll tieferer Weisheiten
zu der leichteren Kost Brechts und leuchtet mir als Beispiel Deiner
Kritik nicht ein.

trotzdem, gefällt!

Liebe Grüße
Dennis

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15

Tuesday, November 29th 2005, 6:08pm

Hallo Dennis,

ich freue mich besonders, wenn ich einem Brechtfan einen Gefallen tun konnte. ;) Es ist ja auch nicht so, dass ich Brecht zum Teufel jagen möchte. Sein "Galilei" beispielsweise gefällt mir sehr gut. Da wundere ich mich immer wieder über den enormen sprachlichen Unterschied zu einigen seiner Gedichte. Da erkennt man als Rezipient, dass seine Lyrik nicht auf Unfähigkeit basiert, sondern wie du so schön sagst "polarisieren" und teilweise wahrscheinlich auch provozieren soll. Nun, das zweitere hat er bei mir geschafft. ;)

Zum Keuner: Das ist bei mir eine subjektive Geschichte. Ich konnte die Figur des Herrn Keuner nie richtig leiden. Warum weiß ich nicht genau, aber er war und ist mir einfach unsympathisch. Hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich mit dem Herrn Keuner schon in der Grundschule und in der Sekundarstufe bombardiert wurde. Du weißt ja sicherlich, wie man als Zwerg zu Literatur steht. Und man versteht es auch gar nicht. Und bei Keuner hat sich die Meinung manifestiert.

Vielen Dank für deine Meinung.

Liebe Grüße,

Hojaro

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